Influencer-Performance-Report 2026

Keine Umfrage, sondern unsere Buchungen: was Instagram, YouTube und Podcast pro Neukunde kosten, wie viel davon messbar ist, wie oft Creator wiedergebucht werden und wie gut Prognosen halten. Grundlage ist ein Ausschnitt unserer Buchungsdaten: Live-Kooperationen mit Go-live 2025 und 2026. Stand: 9. September 2026.

Der Report in drei Zahlen

  • 44 %mit Tracking-Link
  • 78 %über Stammcreator
  • 38 €effektiver TKP Instagram
  • Buchungen mit Status Live oder Abgeschlossen, Go-live 2025 oder 2026, aus 10.533 Zeilen in unseren Kundendatenbanken.
  • D2C-Marken aus 14 Branchen, von Kindermöbeln bis E-Bikes. Marken und Creator sind anonymisiert.
  • Mehr als jede zweite Kooperation läuft ohne eigenen Link. Kapitel 1 zeigt, was das kostet.

Kapitel 1: Wie viele Kooperationen laufen ohne Tracking-Link?

Anteil der 1.975 Live-Kooperationen, bei denen das jeweilige Merkmal hinterlegt ist.

Anteil der Kooperationen
Rabattcode vergeben73,8 %
Content-Link hinterlegt50,7 %
Tracking-Link vorhanden44,1 %
Tatsächliche Views gemeldet30 %
UTM-Parameter gesetzt9,2 %

Quelle: Ad-Specialist-Buchungsdaten, 1.975 Kooperationen mit Status Live oder Abgeschlossen, Go-live 2025 bis 2026, Export vom 24.08.2026.

Warum ist der Rabattcode kein Tracking?

Drei von vier Kooperationen laufen über einen Rabattcode, aber nicht einmal jede zweite über einen eigenen Link. Der Code misst nur, wer ihn eingibt. Wer das Video sieht, den Shop googelt und ohne Code kauft, taucht in keiner Auswertung auf. Wer den Code auf einem Gutscheinportal findet, wird dem Creator zugerechnet, obwohl er ihn nie gesehen hat. Wie ein sauberes Setup aussieht, steht in unserem Leitfaden zu KPIs und Tracking im Influencer Marketing.

Die Folge steht in der nächsten Zeile: Nur bei 30 Prozent der Kooperationen sind tatsächliche Views nachgetragen. Der Kanal wird zu großen Teilen auf Basis von Schätzungen vor Go-live bewertet, nicht auf Basis dessen, was passiert ist.

Die Lücke ist nicht gleich verteilt. Sie hängt fast vollständig am Kanal.

Welcher Kanal wird gemessen, welcher geschätzt?

Anteil der Kooperationen je Kanal mit Tracking-Link und mit gemeldeten tatsächlichen Views.

Tracking-LinkTatsächliche Views gemeldet
YouTube85,2 %85,2 %459 Kooperationen
Podcast91,2 %22,1 %113 Kooperationen
Instagram26,7 %12,6 %1.400 Kooperationen

Quelle: Ad-Specialist-Buchungsdaten, 1.972 Kooperationen auf Instagram, YouTube und Podcast, Go-live 2025 bis 2026.

Podcasts liefern Downloads statt Views; die niedrige Quote gemeldeter Views ist dort eine Frage der Kennzahl, nicht der Messung.

Was heißt die Messlücke für Budgetentscheidungen?

Ein Kanal, bei dem 85 Prozent der Buchungen mit Link und Ist-Views laufen, lässt sich nach Neukunden steuern. Ein Kanal, bei dem 13 Prozent der Buchungen Ist-Views tragen, wird nach Bauchgefühl und Rabattcode-Einlösungen gesteuert. Dass Instagram trotzdem so viel Budget bekommt, liegt daran, dass Reichweite dort günstig ist. Kapitel 2 zeigt, ob das auch für Neukunden gilt.

Genau diese Lücke schließen wir mit unserem Tracking-Setup IDA: eigener Link je Buchung, Attribution statt Gutscheinzählung.

Kapitel 2: Welcher Kanal kauft die günstigste Reichweite?

Effektiver Tausend-Kontakt-Preis: Gesamtkosten der Buchung geteilt durch tatsächliche Views, mal tausend. Median je Marke, dann Median über die Marken, damit ein großer Kunde den Wert nicht dominiert. Was der TKP misst und was nicht, erklärt unser Beitrag TKP berechnen.

Effektiver TKP, Median
Instagram38 €4 Marken mit belastbarer Basis
YouTube53 €7 Marken mit belastbarer Basis
Podcast74 €1 Marke, nur Orientierung

Quelle: Ad-Specialist-Buchungsdaten, Kooperationen mit Kosten und gemeldeten Ist-Views, Go-live 2025 bis 2026. Je Marke mindestens zehn Buchungen im Kanal und fünf mit beiden Werten.

Der reine Datensatz-Median ohne Markenkontrolle liegt bei 35 Euro (Instagram), 54 Euro (YouTube) und 73 Euro (Podcast).

Innerhalb derselben Marke: Wer bringt den Neukunden günstiger?

Drei Marken haben auf Instagram und YouTube jeweils mindestens zehn Kooperationen mit Kostenwerten. Der direkte Vergleich innerhalb einer Marke schließt Branchen- und Produktunterschiede aus.

KennzahlMarke A (Kochboxen)Marke B (E-Mobility)Marke C (Kindermöbel)
Kooperationen Instagram / YouTube13 / 6416 / 148113 / 16
Effektiver TKP Instagram33,90 €41,60 €22,20 €
Effektiver TKP YouTube52,80 €54,50 €34,40 €
Kosten je Neukunde Instagram110,62 €98,12 €33,91 €
Kosten je Neukunde YouTube54,44 €30,66 €39,38 €
ROAS Instagram / YouTube0,79 / 1,300,38 / 1,11keine Umsatzwerte

In allen drei Marken ist Instagram pro tausend Views günstiger, zwischen 30 und 50 Prozent. In zwei der drei Marken ist YouTube pro Neukunde trotzdem deutlich günstiger: halb so teuer bei den Kochboxen, ein Drittel so teuer im E-Mobility-Fall. Nur bei den Kindermöbeln, wo Instagram mit 113 Kooperationen der Hauptkanal ist und YouTube mit 16 Buchungen eher getestet wurde, liegt Instagram vorn.

Die Erklärung steckt im Format. Eine Integration von 60 bis 90 Sekunden in einem YouTube-Video ist die häufigste Buchung im Datensatz. Sie erklärt das Produkt, sie bleibt online, sie wird noch Monate später gefunden. Eine Story ist nach 24 Stunden weg. Wie der Kanal im Detail funktioniert, zeigt unser Guide zu YouTube Influencer Marketing; den Plattformvergleich mit Cases liefert TikTok vs. YouTube vs. Instagram.

Podcast-Werbung steht mit einem Warenkorb von rund 1.140 Euro im Median für ein anderes Spiel: teure Produkte, wenige, aber große Abschlüsse. Der Datensatz enthält dafür nur zwei Marken mit ausreichender Basis, deshalb bleibt der Kanal hier eine Randnotiz.

Kapitel 3: Schlägt Provision das Fixhonorar?

Kooperationen mit hinterlegtem Vergütungsmodell. Median je Gruppe, nicht markenkontrolliert, weil Affiliate im Datensatz nur bei zwei Marken läuft.

KennzahlAffiliate (Provision)FixhonorarBarter (Ware statt Geld)
Kooperationen446230108
Marken231
Median-Kosten je Buchung85 €1.050 €keine Kostenwerte
Median-ROAS6,982,19keine Umsatzwerte
Median-Kosten je Neukunde8,77 €31,02 €keine Werte

Ein ROAS von 7 gegen 2 sieht nach einer klaren Entscheidung aus. Zwei Dinge relativieren sie. Erstens läuft Affiliate im Datensatz bei zwei Marken, beide mit günstigen Produkten und hoher Wiederkaufrate; das Modell funktioniert dort, wo der Creator ohne Risiko empfehlen kann. Zweitens sind Affiliate-Buchungen mit 85 Euro im Median klein: viele kleine Creator, jeder mit wenig Reichweite. Der ROAS ist hoch, das absolute Volumen je Buchung niedrig.

Das Fixhonorar kauft dagegen Reichweite bei Creatorn, die sich nicht auf Provision einlassen, und damit Skalierung. Die praktische Antwort aus den Daten ist das Hybridmodell: Provision für die Breite, Fixhonorar für die Spitze.

Kapitel 4 in Zahlen: Das Geschäft läuft über bekannte Creator

  • 45 %Rebookings
  • 343Creator mehrfach gebucht
  • 78 %der Kooperationen
  • 384 von 851 Buchungen mit hinterlegter Buchungsart sind Wiederbuchungen, 467 Neubuchungen.
  • Von 782 Creatorn mit mindestens einer Live-Kooperation 2025 oder 2026.
  • laufen über Creator, die im Zeitraum mehr als einmal gebucht wurden.

Kapitel 4: Wie viel läuft über Stammcreator?

Die Branchenumfrage State of German Influencer Marketing 2026 zählt 42 Prozent der Kooperationen als Einmal-Deals. In den Buchungsdaten einer Performance-Agentur sieht es anders aus: Wer einmal funktioniert hat, wird wieder gebucht, und die Mehrheit des Volumens läuft über diese Wiederholungen. Unsere Case Studies zeigen, wie solche Always-on-Programme aufgebaut sind.

Das ist kein Widerspruch, sondern ein Unterschied im Modell. Wer Creator nach Neukunden bewertet, hat nach der ersten Kooperation eine Zahl und bucht danach nur die, bei denen sie stimmt. Wer nach Reichweite bucht, hat diese Zahl nicht und probiert weiter.

Kapitel 5: Wie viele Kontakte braucht eine Live-Kooperation?

Status aller 7.425 Buchungszeilen mit Jahr 2025 oder 2026, vom ersten Kontakt bis zur Veröffentlichung.

Buchungszeilen
Abgesagt3.14442,6 % aller Kontakte
Live1.94926,2 %
Kontaktiert, offen1.024
In Verhandlung360
Gebucht, noch nicht live119
Interessiert112

Quelle: Ad-Specialist-Buchungsdaten, alle Zeilen mit Jahr 2025 oder 2026, alle Status, Export vom 24.08.2026.

Über alle Jahre seit 2021 liegt die Absagequote bei 31 Prozent und die Live-Quote bei 42 Prozent; 2025 und 2026 wurde breiter angefragt.

Scouting ist Arbeit, die keiner sieht

Vier von zehn angefragten Creatorn sagen ab. Dazu kommen die, die nicht antworten oder in der Verhandlung hängen bleiben. Rechnet man alles zusammen, stehen hinter jeder Live-Kooperation im Schnitt knapp vier Kontakte mit Recherche, Anfrage, Briefing und Nachfassen.

Willst du Influencer Marketing inhouse aufbauen, ist das die Zahl, die zählt. Nicht der Creator kostet Zeit, sondern die drei, die vorher abgesagt haben.

Kapitel 6: Wie gut halten View-Prognosen?

Tatsächliche Views im Verhältnis zur Prognose vor Go-live. 635 Kooperationen seit 2021 mit beiden Werten, ohne nachträglich nicht gepflegte Nullwerte.

Anteil der Kooperationen
Unter 50 % der Prognose6,5 %
50 bis 80 %13,4 %
80 bis 120 %39,8 %Prognose getroffen
120 bis 200 %23,8 %
Über 200 %16,5 %

Quelle: Ad-Specialist-Buchungsdaten, Kooperationen mit Status Live oder Abgeschlossen, Prognose- und Ist-Views größer null, Go-live bis 01.09.2026.

Median des Verhältnisses Ist zu Prognose: 1,07. Mit den 141 Nullwerten im Datensatz liegt er bei 1,00 und der Anteil unter 50 Prozent bei 23 Prozent; ob diese Nullen echte Ergebnisse oder fehlende Pflege sind, lässt der Export offen.

Mit Spannen planen, nicht mit einer Zahl

Sechs von zehn Kooperationen erreichen oder übertreffen ihre Prognose, das Portfolio liefert im Median sieben Prozent mehr als geplant. Das ist ein gutes Ergebnis für professionelles Forecasting. Die Einzelbuchung ist trotzdem ein Streuwurf: Nur vier von zehn landen innerhalb von 20 Prozent des Plans, jede sechste liefert mehr als das Doppelte, jede fünfte weniger als 80 Prozent.

Die Konsequenz für die Planung: Setzt du ein Budget auf eine einzelne Prognose, wettest du. Buchst du zehn Creator und rechnest mit einer Spanne, bekommst du, was das Portfolio verspricht.

Was wir daraus machen

Vier Regeln, nach denen wir Kampagnen planen. Jede steht in den Zahlen dieser Studie.

Kein Placement ohne Link. Jede Buchung bekommt einen eigenen Tracking-Link und läuft über unser Attributionsmodell. Der Rabattcode bleibt ein Angebot, kein Messinstrument. So bewerten wir jeden Creator nach Neukunden statt nach Views.

YouTube als Erstkanal für erklärungsbedürftige Produkte. Eine Integration von 60 bis 90 Sekunden erklärt das Produkt und bleibt online. In zwei von drei vergleichbaren Marken bringt sie den Neukunden günstiger als Instagram, obwohl der TKP höher liegt. Mehr zu YouTube Influencer Marketing

Hybridmodell statt Entweder-oder. Provision für die Breite, Fixhonorar für die Spitze. Affiliate liefert den höchsten ROAS, das Fixhonorar die Reichweite bei Creatorn, die sich nicht auf Provision einlassen.

Wiederbuchen, was funktioniert, und parallel testen. 78 Prozent des Volumens laufen über Creator, die mehr als einmal gebucht wurden. Wer nach Neukunden bewertet, weiß nach der ersten Kooperation, wen er wieder bucht. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen unsere Case Studies.

Vorgehen

So sind wir vorgegangen

Export aus unseren Kundendatenbanken. 10.533 Buchungszeilen, Stand 24. August 2026, jede Zeile eine Kooperation mit Kanal, Kosten, Views, Conversions und Tracking-Status. Marken und Creator vor der Auswertung anonymisiert.

Auf Live-Kooperationen 2025 und 2026 gefiltert. 1.975 Zeilen mit Status Live oder Abgeschlossen. Kapitel 5 nutzt zusätzlich alle Status desselben Zeitraums, Kapitel 6 alle Jahre seit 2021, weil Prognose- und Ist-Views nur so ausreichend oft zusammen vorliegen.

Kanalvergleiche pro Marke kontrolliert. Für jede Marke mit mindestens zehn Kooperationen im Kanal wird der Median berechnet, gezeigt wird der Median dieser Markenmediane. Jede Marke zählt gleich, ein großer Kunde dominiert den Wert nicht.

Mediane statt Mittelwerte, keine Ersatzwerte. Alle Kennzahlen sind Mediane; Ausreißer verzerren sie nicht. Fehlende Werte bleiben fehlend, eine Null ist nur dann eine Null, wenn sie gemessen wurde.

Eigene Auswertung. Wir haben die Berechnung selbst als Skript umgesetzt und dokumentiert, damit jede Zahl mit dem nächsten Export reproduzierbar bleibt.

Eckdaten der Studie

  • Datenbasis: 1.975 Live-Kooperationen mit Go-live 2025 oder 2026, aus 10.533 Buchungszeilen
  • Marken: 16 D2C-Marken aus 14 Branchen, anonymisiert
  • Creator: 782, auf Instagram, YouTube, Podcast und Twitch, anonymisiert
  • Kennzahlen: effektiver TKP, Kosten je Neukunde, ROAS, Warenkorb, Tracking-Merkmale, Buchungsart, Status, Prognose- und Ist-Views
  • Stand: 9. September 2026, Autor: Moritz Lambrecht, Co-Founder & CEO

Was die Zahlen nicht zeigen

Eine Studie ohne Grenzen ist Werbung. Diese hier hat fünf.

  • Die Daten stammen aus unserem Kundenbestand. Sie beschreiben Performance-Influencer-Marketing für D2C-Marken, nicht den Markt.
  • Eine Marke (Kindermöbel) stellt 37 Prozent der Live-Kooperationen. Die markenkontrollierten Kennzahlen gleichen das aus, die einfachen Anteile in Kapitel 1 und 4 nicht.
  • Nicht jede Marke pflegt jede Spalte. Leere Zellen bedeuten „nicht erhoben“, nicht „null“. Jede Zahl nennt deshalb ihre eigene Basis.
  • Conversions und Umsätze sind die Zurechnungen der Kundensysteme, meist über Rabattcode oder Tracking-Link. Sie unterschätzen Kooperationen ohne Link systematisch.
  • Affiliate- und Podcast-Ergebnisse beruhen auf je zwei Marken. Beides sind Beobachtungen, keine Benchmarks.

Q&A

Weil eine einzige Kooperation mit ROAS 40 den Durchschnitt von hundert anderen verdoppelt. Der Median ist der Wert in der Mitte: Die Hälfte der Buchungen liegt darüber, die Hälfte darunter. Er beschreibt die typische Buchung, nicht den Glücksfall.

Ja. Effektiver TKP, Kosten je Neukunde und Anteil der Buchungen mit Tracking-Link lassen sich aus jedem Kampagnen-Sheet berechnen. Hast du die Werte, legen wir sie im Gespräch gegen den Report.

Weil die Daten unseren Kunden gehören. Der Export wurde vor der Auswertung anonymisiert, und wir veröffentlichen keine Werte, aus denen sich ein einzelner Kunde ableiten ließe.

Das ist der Plan. Die Auswertung ist als Skript dokumentiert und kann mit jedem neuen Export wiederholt werden.

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Weiterlesen

Die Hintergründe zu den Zahlen aus unserem Blog.

  • TKP Influencer Marketing: So berechnest du profitable Kampagnen

  • Social Media KPIs und Tracking von Influencer Marketing in 2025

  • TikTok vs. YouTube vs. Instagram: Der Dreikampf der Plattformen für Influencer-Marketing

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