Warum TikTok im Influencer Marketing eine Sonderrolle spielt
Viele Brands bewerten TikTok nach denselben Kriterien wie Meta oder Google. Budget rein, Conversion tracken, ROAS prüfen. Nach diesem Prinzip erscheint TikTok oft schwach. Logisch – es funktioniert nicht danach.
TikTok ist primär ein Demand Creation Channel, kein Conversion Channel. User kommen mit Unterhaltungsabsicht, nicht mit Kaufabsicht. Fast 2 Milliarden Nutzer weltweit scrollen, entdecken und werden inspiriert. Der Kauf jedoch erfolgt drei Tage später über Google, die direkte Suche nach dem Markennamen oder einen Klick auf eine Meta-Retargeting-Ad. Der Kauf sieht dabei organisch aus, du kannst ihn nicht auf TikTok zurückführen. Misst du also nur den Last Click, unterschätzt du TikTok.
Was TikTok im Vergleich zu anderen Plattformen besonders macht:
- Algorithmische Reichweite statt Follower-Logik: TikTok bespielt den For-You-Feed nach Relevanz statt nach Followerzahl. Auch Nano-Creator können viral gehen.
- Junge, aber wachsende Zielgruppe: Im DACH-Raum dominiert zwar nach wie vor die jüngere Demografie, das Spektrum wird aber breiter.
- Eigene Content-Kultur: Authentizität, Trends, Sounds und native Formate machen TikTok aus. Hochglänzendes Werbematerial funktioniert hier in der Regel schlechter als ungestellte Inhalte.
- Günstige Reichweite: Die CPMs auf TikTok sind in vielen Bereichen noch deutlich niedriger als auf Meta.
TikTok im Marketing Funnel: First Touch, nicht Last Click
Videos bei TikTok sorgen für Aufmerksamkeit. Damit liegen sie im oberen Teil des Funnels. Nutzer kennen deine Brand noch nicht oder haben sie nur am Rande wahrgenommen. Durch ein natives Creator-Video werden sie auf dein Unternehmen aufmerksam und entwickeln Interesse, kaufen aber erst an einem anderen Touchpoint. Deshalb sind Google und Meta keine Konkurrenz zu TikTok: Häufig sind Instagram und Co. die Plattformen, über die ein Kauf stattfindet.

