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Influencer Marketing OMR 2026 Keynote

OMR 2026: Keynote zum Influencer Marketing: Warum datengetriebenes Tracking über Profit und Verlust entscheidet

Zum dritten Mal standen wir auf dem OMR Festival und durften eine Masterclass zum Thema Influencer Marketing halten. 60 Minuten des Events, in denen wir echte Agenturdaten zeigen und Fragen beantworten durften. Dieses Jahr ging es um etwas, was wir immer wieder beobachten: Brands, die sechsstellige Budgets in Influencer Marketing stecken, aber kaum sagen können, was davon wirklich funktioniert. Oft fehlt es an der Datenbasis, auf der gute Entscheidungen überhaupt erst entstehen können. In diesem Artikel fassen wir die wichtigsten Inhalte aus unserer diesjährigen OMR Keynote für dich zusammen.

Lesedauer: ca. 9 Minuten
Moritz Lambrecht
Moritz Lambrecht
27 Mai 2026
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Die häufigsten Tracking-Fehler im Influencer Marketing und was wirklich ins Sheet gehört

In Audits und Onboardings sehen wir immer wieder ein ähnliches Bild: Ein Excel-Sheet wird von Person zu Person weitergegeben und beinhaltet ein paar Namen von Influencern, Kosten und vielleicht eine „Conversions: ja/nein“-Spalte. Das ist zwar eine schöne Auflistung, aber noch keine Datenbasis. Den meisten Sheets fehlt es an grundlegenden Daten: 

  • Audience-Daten aufgeschlüsselt: „DACH, weiblich, 25+“ reicht nicht aus. Du brauchst konkrete Prozentwerte pro Altersgruppe und Gender, sowohl als geschätzte als auch als tatsächlich erreichte Zielgruppe.
  • Verticals: „Lifestyle“ gibt dir kaum Infos. Travel, DIY, Food oder Haustiere sind beispielsweise Kategorien, aus denen du später lernen kannst.
  • Estimated vs. Actual Views: Hast du bekommen, wofür du bezahlt hast? Ohne diesen Vergleich kannst du nicht einschätzen, ob der gebuchte Influencer geliefert hat.
  • Deliverables und Status: Was genau hast du gebucht, ist es live gegangen und wann?
  • Fokusprodukt und Briefing: Nur wenn du weißt, was platziert wurde und wie du gebrieft hast, kannst du später auswerten, was funktioniert hat.
  • Performance KPIs: Es gibt von Net Revenue, CAC, NC CAC und Neukundenquote über AOV, ROAS und CVR bis zu Sessions, Cost per Session und Engagement Rate einige KPIs, die du tracken kannst. Such dir systematisch die für dich relevanten heraus und tracke sie von Anfang an.  

Das Ziel ist kein riesiges Sheet, das niemand mehr pflegen kann. Deine Aufgabe ist es, ein kompaktes Dashboard aufzubauen, auf dem alles Wichtige auf einen Blick sichtbar ist. Am besten findest du beim Arbeiten mit deinem 13-Zoll-Macbook auf einen Blick alle Data Points, ohne endlos scrollen zu müssen. Mit dieser Grundlage kannst du jeden Social Media Kanal optimieren und Influencer Marketing zum erfolgreichen Channel entwickeln.  

Alle Insights aus unserer OMR Keynote inklusive Q&A findest du übrigens auch als vollständiges Video auf YouTube. 

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Influencer Marketing 2026 als Push-Channel: der Brandformance-Ansatz

Influencer Marketing muss sofort konvertieren, sonst ist es nicht effektiv? Das ist einer der größten Irrglauben, die wir Influencer Marketing Agenturen immer wieder hören. Influencer Marketing ist kein klassischer Pull-Channel wie Google, sondern ein Push-Channel. Das bedeutet, Inhalte von Influencern unterbrechen das tägliche Scrollen deiner Zielgruppe auf Instagram & Co. und zeigen ihnen ungeplant Inhalte – anders als Google, wo User aktiv nach Antworten auf ein Problem suchen. 

Eine typische Journey sieht heute so aus: Jemand sieht auf Social Media einen Creator-Post, wird auf deine Brand aufmerksam, sucht ein paar Tage später bei Google danach, wird über eine Meta-Ad retargeted und konvertiert zwei bis drei Wochen nach dem ersten Kontakt. Der Last Click geht also an Paid Social oder SEO. Eigentlich kam der Anstoß aber vom Influencer.

Push Channel Brandformance

Dein Job ist es also, Influencer Marketing nicht über den Last Click zu bewerten. Damit läufst du Gefahr, jeden Kanal von Instagram über YouTube bis Twitch massiv zu unterschätzen. In unserer Influencer Agency arbeiten wir für Brands wie HelloFresh oder mymuesli deshalb mit unserem Brandformance-Framework, einer Kombination aus Soft KPIs als Frühindikatoren und Hard KPIs als Spätindikatoren.

Soft KPIs: das zeigt dir der Kanal früh:

  • Sessions und Session Duration: Wie qualitativ hochwertig ist der Traffic?
  • Brand Search Uplift: Steigen die Brand-Suchanfragen laut Google Search Console nach einem Posting?
  • Brand Fit: Wie sehen Altersverteilung, Gender und Interessen-Verticals aus?
  • Engagement und Community Sentiment: Wird das Placement nach Likes, Kommentaren und Tonalität positiv aufgenommen oder ignoriert?
  • CPM & Community Ratio: Wie steht es um die Zielgruppendurchdringung im Verhältnis zu den Kosten?

Hard KPIs: was nach 2 bis 3 Monaten sichtbar wird:

  • NC ROAS und CAC: Was zahlst du pro Neukunde?
  • CVR auf Neukunden: Wie hoch ist die Conversion Rate der gebuchten Influencer?
  • Blended Marketing CAC: Wie war der Einfluss auf den Gesamt-CAC?
  • Conversions over Time: Wann kommen die Käufe wirklich rein?

Durch die Kombination erhältst du nach einigen Wochen ein vollständiges Bild und kannst bewerten, welche Kampagnen gut gelaufen sind und wo du noch nachsteuern kannst.

Brandformance KPIs

Influencer Marketing Tracking auf Campaign Basis vs. Month Basis: warum manche Kanäle besser laufen als du denkst

Um die Erfolge von Influencer Kampagnen zu tracken, schauen viele Marken sich an, was die Kampagnen eines bestimmten Monats eingebracht haben. Das klingt erst einmal nach dem logischen Vorgehen, ist aber häufig nur die halbe Wahrheit. Vielmehr lohnt es sich, eine weitere Frage zu stellen: Was ist in diesem Monat aus allen Placements reingekommen – auch aus denen, die schon vorher gelauncht wurden?

Besonders auf YouTube liefern Placements noch Monate nach dem Go-Live Performance. Wir sehen regelmäßig Conversions, die sechs bis sieben Monate nach dem ursprünglichen Posting eingehen. Das liegt ganz einfach daran, dass YouTube-Videos weiter vom Algorithmus ausgespielt werden, in Suchergebnissen auftauchen und mittlerweile auch in LLMs indexiert sind.

Deshalb solltest du immer zwei Metriken parallel im Blick behalten: 

  • Campaign Basis: Was haben die Placements dieses Monats bis zum Monatsende eingebracht?
  • Month Basis: Was ist in diesem Monat insgesamt aus allen laufenden und vergangenen Placements reingekommen?

Was das in der Praxis bedeutet, zeigt dir ein konkretes Beispiel aus unserer OMR Keynote: Eine Brand bewertet ihre März-Kampagnen auf Campaign Basis und sieht einen CAC von 73 €, 178 Conversions und einen ROAS von 1,02. Schaut sie sich stattdessen aber alle Conversions an, die im März reingekommen sind, inklusive Overlap aus früheren Monaten, sinkt der CAC auf 46 € und der ROAS steigt auf 1,15. Der Kanal und die Kampagne sind gleich, der Blickwinkel allerdings ein anderer.

Longterm Bookings und Kampagnenaufbau mit Influencern richtig angehen

Auch der Ablauf von Kampagnen und die Bookings der Content Creator nehmen großen Einfluss auf deine Erfolge im Influencer Marketing – ob mit oder ohne Agentur. Grundsätzlich sagen wir: Longterm Bookings lohnen sich fast nie, auch wenn die Planungssicherheit verlockend ist – zumindest nicht so, wie die meisten Brands sie angehen. Die Idee dahinter ist nicht das Problem und kann bei gut laufender Zusammenarbeit sogar sehr sinnvoll sein. Oft startet die Umsetzung aber ohne Exit-Möglichkeiten und ohne klare Performance-Ziele. Du bist möglicherweise direkt auf zehn Posts committed, ohne auch nur ein Placement getestet zu haben. Stattdessen ist es sinnvoll, erst einmal ein paar Placements zu testen und dabei auf verschiedene Punkte zu achten: 

  • Buche Creator mit wachsenden Communities und steigender Reichweite.
  • Definiere klare Performance- oder Reichweitenziele.
  • Definiere Exit-Möglichkeiten, wenn die Ziele nicht erreicht werden.

Damit am Ende eine erfolgreiche Partnerschaft zwischen Brand und Creator entsteht, lohnt es sich, immer auf einen klaren Aufbau zu achten, etwa über drei verschiedene Placements mit verschiedenen Zielen: 

  1. Awareness in der Community aufbauen: Sessions und Session Duration stehen im Vordergrund. Hat die Community überhaupt Interesse? Was schreiben Leute in den Kommentaren? Wie lange bleiben sie auf der Website?
  2. Vertrauen aufbauen: Steigen die Conversions im Vergleich zu vorher? Nimmt der Anteil der Leute zu, die sich doch zum Kauf entscheiden?
  3. Conversion: Beim dritten Placement sehen wir regelmäßig den deutlichsten Uplift. Der Creator steht hinter der Brand, die Community kennt das Produkt, das Storytelling baut aufeinander auf, dadurch steigt der Sales Impact.
Kampagnen Aufbau 2026

Die Non-Discount-Strategie für erfolgreiches Influencer Marketing 2026

Gerade dann, wenn du in Form von Rebookings oder Long Term Bookings mit Content Creatorn arbeitest, kommt früher oder später das Thema Rabattcodes auf. 

Einerseits musst du hier unbedingt auf die Overlap Performance achten. Nutzt der Influencer für jedes Placement den gleichen Code, fällt dir das Tracking schwerer. Gibt es jedes Mal einen anderen Code, empfinden Communities gerade auf Instagram das teilweise als störend. Hier gilt es, einen guten Mittelweg zu finden. In unserer Creator Marketing Agentur arbeiten wir beispielsweise für YouTube-Placements immer mit individuellen Codes, bei Instagram ist es teilweise auch der gleiche Code.

Andererseits sind Rabattcodes grundsätzlich ein zweischneidiges Schwert. Sie machen Kampagnen messbar, fressen aber Marge, trainieren Kunden auf Discounts und machen es schwer, den echten Kanaleinfluss von Aktionen zu trennen. Deshalb ist es grundsätzlich sinnvoll, einen Weg aus den Rabattcodes herauszufinden. Wir empfehlen dabei drei Phasen:

  • Phase 1: Daten sammeln mit Code: Tracke über mehrere Monate Verticals, Formate, Plattformen, Zielgruppen und überprüfe Hard und Soft KPIs.  
  • Phase 2: Benchmarks übersetzen: Wie kannst du Hard KPIs in Soft KPIs umwandeln? Beispielsweise entspricht ein CAC von 35 € mit AOV von 60 € und NC ROAS von 3x erfahrungsgemäß ungefähr einem CPS von 3 € bei mindestens 3:34 Minuten Session Duration. Kennst du oder deine Influencer Agency diese Äquivalente, kannst du mit Soft KPI Kombinationen profitabel werden.
  • Phase 3: Codes schrittweise rausnehmen: Reduziere zuerst einen Anteil, statt sofort und überall gleichzeitig abzuschalten und nutze die Soft KPIs als neuen Hebel. UTM-Links übernehmen das Tracking, deine Marge steigt und die Attribution wird sauberer.

Influencer Scouting Tools: Hilfe oder Hindernis?

Bist du auf der Suche nach Influencern, die zu deiner Brand passen, greifst du entweder auf eine professionelle Influencer Marketing Agentur zurück oder zuerst digital auf Scouting Tools. Solche Tools bieten dir verschiedene Funktionen: 

  • Discovery & Outreach: Du findest Millionen Creator-Profile, kannst sie filtern und direkt auf Knopfdruck kontaktieren. 
  • Brand Collab-Daten: Du siehst, mit welchen Marken Creator schon gearbeitet haben.
  • Performance-Bewertung: Ein Reporting-Dashboard zeigt dir Daten zu Spend, Engagement und ggf. den Promo-Code-Umsatz durch eine Shopify-API. 

Ganz wichtig ist dabei aber: Auch inaktive Accounts können in der Software gut aussehen, es gibt keinen Zugriff auf echte Performance-Daten und dir fehlen reihenweise Daten und Learnings, um eine sichere Entscheidung treffen zu können. Für dich bleibt also immer noch die Aufgabe, Content Creator für deine Brand zu testen und eine Performance Influencer Marketing Strategie aufzubauen.

Fazit unserer OMR Keynote: Influencer Marketing lohnt sich auch 2026, wenn du es richtig angehst

Influencer Marketing funktioniert auch in 2026. Was allerdings häufig nicht funktioniert, ist das Tracking, die Bewertung und die Geduld. Reduzieren Brands Influencer Marketing nur auf den Last Click, geben schnell auf oder kennen Discount Codes als einzige Stellschraube, ist es schwierig, den Kanal profitabel zu skalieren. Baust du hingegen eine saubere Datenbasis auf, kombinierst Brand Awareness und Performance, entwickelst und testest Kampagnen über mehrere Placements, statt blind Trends zu folgen, wirst du sehen: Influencer Marketing liefert deutlich mehr als Klischees und Kritiker behaupten.

Du willst wissen, wie eine Influencer Marketing Strategie konkret für deine Brand aussehen kann? Dann lass uns sprechen.

Häufige Fragen und Antworten rund um Influencer Marketing in 2026

In den ersten Wochen nach einem Placement sind Soft KPIs wie Sessions, Session Duration, Brand Search Uplift und Engagement die relevantesten Signale. Sie zeigen dir früh, ob ein Creator grundsätzlich funktioniert. Hard KPIs wie CAC, NC ROAS und Conversions brauchen zwei bis drei Monate Laufzeit, um valide Aussagen zu liefern. 

Auf Instagram kannst du recht schnell reagieren: Wenn nach zwei Stories mit Abstand klare Signale da sind – gute Sessions und positives Community-Feedback – ist ein Rebooking nach vier bis sechs Wochen sinnvoll. Auf YouTube empfehlen wir, mindestens zwei bis drei Monate zu warten, weil der Longterm-Effekt dort deutlich stärker ist. 

Instagram liefert schnellere Sessions und direktere Traffic-Impulse: Die Hürde, vom Post auf die Website zu klicken und zu kaufen, ist geringer. YouTube hingegen liefert Conversions noch Monate nach dem Go-Live, weil Videos weiter ausgespielt werden und auch über die Suche gefunden werden. 

Sammle zunächst mehrere Monate lang Daten mit Code, um zu verstehen, welche Soft KPIs mit profitablen Hard KPIs korrelieren. Leite daraus Benchmarks ab, also: Welche CPS- und Session-Werte entsprechen einem guten CAC? Dann nimm den Code testweise in Kampagnen mit besonders starken Soft KPIs raus und beobachte, was sich im Marketing Mix verändert. Nach sechs bis zwölf Monaten konsequenter Arbeit kannst du den Anteil der Codes deutlich reduzieren, ohne Umsatz zu riskieren.

Für Discovery auf jeden Fall, wenn deine eigene Datenbank an ihre Grenzen stößt oder du neue Nischen erschließen willst. Für die Kampagnenbewertung eignen sie sich nicht. Kein Tool und keine Software hat Zugang zu echten Performance-Daten. Brand-Collab-Historien sagen dir nicht, ob Buchungen profitabel waren. Vanity Metrics wie Follower-Zahlen und Engagement Rate liefern nur einen Teil des Bildes. 

Moritz Lambrecht 
Moritz Lambrecht 
Moritz Lambrecht 
Moritz Lambrecht 

Über den Autor

Moritz ist Experte für datengetriebenes Influencer Marketing sowie Co-Founder und CEO der Influencer-Marketing-Agentur Ad Specialist. Gemeinsam mit seinem Team hat er bereits über 10.000 Influencer-Kampagnen umgesetzt und mehr als 50 Mio. € Werbebudget für Kunden wie HelloFresh, Emma, Clark, mymuesli und viele weitere, bekannte E-Commerce Unternehmen verwaltet. Sein Fokus liegt darauf, E-Commerce-Unternehmen durch kreative und messbare Influencer-Marketing-Strategien auf Kanälen wie YouTube, Instagram und Twitch profitabel wachsen zu lassen.

Durch seine performance orientierte und effektive Herangehensweise hat er sich einen Ruf als führender Experte und Speaker im deutschen E-Commerce aufgebaut. In diesem Blog – ebenso wie auf LinkedIn und seinem YouTube-Kanal – teilt er regelmäßig wertvolle Insights rund um datengetriebenes Influencer-Marketing.

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